Energieeinsparkonzept Therme Obernsees
Im Rahmen eines „Kommunalen Energieeinsparkonzepts“ hat der Zweckverband Therme Obensees durch das Consultingbüro R & H Umwelt GmbH, Nürnberg, eine
umfassende Analyse zum Energieverbrauch der Therme und zur Energieversorgung künftiger touristischer Einrichtungen im direkten Umfeld erstellen lassen. Gefördert wurde diese Studie vom
Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie aus dem Programm "Kommunale Energieeinsparkonzepte".
Die Studie beleuchtet zwei große Themenschwerpunkte:
1. Den Weg und den Verbleib aller Energieströme in der Therme (Wärme aus dem Biomasseheizwerk, elektrische Energie, Wärmegewinn durch das Thermalwasser aus der
Tiefbohrung) und
2. die Energieversorgung des geplanten Feriendorfes und weiterer touristischer Einrichtungen.
Die Betrachtung des Biomasseheizwerks und der Therme mit der zugehörigen Thermalbohrung lieferte dabei eine Vielzahl von nennenswerten Einsparpotentialen. Könnten alle identifizierten
Maßnahmen umgesetzt werden, wäre Strom in der Größenordnung von rund 950 Megawattstunden pro Jahr einsparbar.
Zusätzlich können rund 190 Megawattstunden pro Jahr an Abwärme aus dem Badewasser zurückgewonnen werden. Die Abwärmeverluste durch die Gebäude ließen sich um
rund 350 Megawattstunden pro Jahr verringern. Gleichzeitig würde in Zukunft ein Teil des eingesparten Stroms durch umweltfreundliche und CO2-neutrale Heizwärme aus dem Biomasseheizwerk
ersetzt. Insgesamt summieren sich alle Einsparmöglichkeiten auf rd. 20 % der laufenden Versorgungskosten.
Energiesparen kostet natürlich auch Geld. Die empfohlenen Einsparmaßnahmen sind von ihrer technischen Komplexität stark unterschiedlich zu bewerten und mit unterschiedlich hohen
Investitionen verbunden. Nicht alle Einsparvorschläge sind technisch einfach umsetzbar, finanziell machbar und wirtschaftlich vertretbar. Trotzdem hat der Zweckverband Therme Obernsees noch
während der laufenden Analysen mit der Umsetzung einiger Maßnahmen begonnen und wird auch in Zukunft konsequent und aktiv Schritt für Schritt weiter an der Energieoptimierung
arbeiten.
Im zweiten Themenschwerpunkt der Studie wurden mehrere Möglichkeiten untersucht, wie das geplante Feriendorf einschließlich Hotel mit den vorhandenen Potentialen kostengünstig und
umweltfreundlich mit Heizwärme versorgt werden könnte. Im direkten Vergleich aller Varianten wurden zwei Möglichkeiten als besonders geeignet bewertet. Das ist zum einen die
Erweiterung des bestehenden Biomasseheizwerks und zum anderen die Wärmeversorgung mit Geothermie aus der Tiefbohrung der Therme. Beide Möglichkeiten zeichnen sich durch einen
günstigen Wärmepreis und eine ausgezeichnete Umweltbilanz aus. Die geothermische Wärmeversorgung ist jedoch stärker risikobehaftet und erscheint nur dann als noch vertretbare
Alternative, wenn das Feriendorf tatsächlich in der geplanten Größe realisiert werden kann.
Die Therme Obernsees ist seit je her Vorreiter im aktiven Umweltschutz. Seit Beginn des Badebetriebs im Jahre 1998 bezieht sie ihre Heizenergie ausschließlich aus dem angrenzenden
Biomasseheizwerk. Die dort produzierte Wärme wird CO2-neutral aus der Verbrennung von Holzhackschnitzeln gewonnen. Im Frühjahr d. J. wurde auf den Dachflächen der Therme
außerdem eine größere Photovoltaikanlage installiert. Ferner hat sich die Therme Obernsees beim Bayer. Umweltministerium seit 2006 als "Teilnehmer am Umweltpakt Bayern"
qualifiziert. Durch die Therme werden laufend Anstrengungen unternommen, den Energieverbrauch zu senken. Die erstellte Studie ist ein weiterer wichtiger Schritt zu noch mehr Energieeffizienz und
damit zum nachhaltigen umweltschonenden und wirtschaftlichen Betrieb des Thermalbades. Der Aufwand für die Studie belief sich auf 15.834,00 €. Hierfür wurde eine Zuwendung in
Höhe von 7.900,00 € durch das Wirtschaftsministerium bewilligt.
Auftraggeber:
Zweckverband Therme Obernsees
Markgrafenalle 5
95448 Bayreuth
Ansprechpartner: Herr Geyer, Geschäftsleiter
Durchführung:
R & H Umwelt GmbH
Schnorrstraße 5a
90471 Nürnberg
Ansprechpartner: Herr Lau, Abt. Energie- und Verfahrenstechnik
Förderung:
Bayer. Staatsministerium
für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
80525 München
Ansprechpartnerin: Frau Goetz
Das Plus für die Umwelt:
Die Wärmeversorgung der Therme Obernsees erfolgt über eine in direkter Nachbarschaft errichtete Biomasse-Heizanlage - die BHO GmbH.
Pro Jahr werden dort in einem Biomassekessel etwa 2.500 Tonnen Holz-Hackschnitzel verheizt, die in der Waldbewirtschaftung und Pflege anfallen.
Mit der Rohstoffbeschaffung wurden 70 Landwirte aus der näheren Umgebung beauftragt.
Gegenüber einer konventionellen Heizanlage können mit der Biomasse-Heizanlage jährlich rund 690.000 Liter Heizöl sowie rund 2.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
An der Biomasse-Heizanlage Obernsees GmbH sind der MR Agrarservice, die E.ON Bayern AG sowie der Landkreis Bayreuth beteiligt.
Biomasse Heizanlage Obernsees GmbH
Ansprechpartner: Markus Pirkelmann
Schönfeld 13, 96142 Hollfeld
Tel: 09206 / 99 22 56, Fax: 09206 / 99 22 58
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